Daten, Eigentum und Silos bremsen Mobilitätshubs
Weniger Fläche, reibungsloser Verkehr: Die leise Revolution des städtischen Parkens
Wenn Städten der Platz ausgeht: Warum intelligente Mobility Hubs immer wichtiger werden
Thomas Doppler5 Minuten Lesezeit
Den Städten geht der Platz aus. Und das längst nicht erst in ferner Zukunft.
Amsterdam zeigt, wie groß die Herausforderung bereits heute ist: Die Stadt wächst, Straßen werden saniert, Grünflächen geschaffen und unterirdische Leitungen für die Energiewende verlegt. Alles sinnvoll und notwendig. Doch sämtliche Maßnahmen beanspruchen dieselbe knappe Ressource: den öffentlichen Raum.
Gleichzeitig muss die Mobilität funktionieren. In immer mehr europäischen Städten zeichnet sich deshalb ein Wandel ab: Parkplätze werden von der Straße in intelligent gemanagte Mobility Hubs verlagert.
Richtig umgesetzt, schafft das Platz für Menschen und Grünflächen. Schlecht umgesetzt, wird das Problem lediglich verlagert und der Alltag für Einwohner komplizierter.
Die entscheidende Frage lautet: Wie gewinnen Städte öffentlichen Raum zurück und machen Mobilität gleichzeitig einfacher?
Die beste Veränderung erleichtert den Alltag
Wer seinen gewohnten Parkplatz auf der Straße verliert, wird darüber zunächst wenig begeistert sein. Ganz gleich, wie überzeugend die Klimabilanz ist. Wer bisher direkt vor der Haustür geparkt hat und künftig zu einem Mobility Hub laufen muss, empfindet das zunächst als Nachteil.
Parkplätze zu verlagern, reicht deshalb nicht aus. Die neue Alternative muss so einfach und komfortabel funktionieren, dass Menschen sie gerne nutzen. Dafür braucht es einen unkomplizierten digitalen Zugang, eine klare Wegführung zu freien Stellplätzen, kurze Wartezeiten und vor allem die Gewissheit, bei der Ankunft einen Parkplatz zu finden.
Wenn der Mobility Hub komfortabler ist als das Parken auf der Straße, steigt auch die Akzeptanz. Genau hier setzt intelligente Zufahrtstechnologie an: Sie macht das Parken einfacher und den Mobility Hub zu einer attraktiven Alternative.

Das Johan-Cruyff-Arena-Paradox
Ein anschauliches Beispiel liefert die Johan Cruyff Arena in Amsterdam. An rund 50 bis 60 Veranstaltungstagen im Jahr entstehen hier für jeweils fünf bis sechs Stunden enorme Verkehrsspitzen. Den Rest der Zeit werden die Parkkapazitäten kaum benötigt. Gleichzeitig entstehen in unmittelbarer Umgebung Zehntausende neue Wohnungen.
Die Herausforderung: An Veranstaltungstagen werden große Parkkapazitäten benötigt, während diese an den übrigen gut 300 Tagen möglichst effizient genutzt werden sollen.
Die Lösung liegt in der intelligenten Nutzung vorhandener Infrastruktur. Die Johan Cruyff ArenA steuert ihre 2.400 Stellplätze über ein vernetztes Parkraummanagement. An Veranstaltungstagen wird das Parkhaus aus dem allgemeinen Parkangebot herausgenommen. An den übrigen Tagen kann es als Park-&-Ride-Standort genutzt werden.
So wird aus einer bestehenden Parkfläche ein flexibler Mobility Hub, der sich dem tatsächlichen Bedarf anpasst.
Drei Ebenen, ein Ziel
Entscheidend ist das Zusammenspiel von drei miteinander verbundenen Ebenen.
- Intelligente Zufahrt sorgt für einen reibungslosen Ablauf an der Einfahrt.
- Intelligentes Parkraummanagement bringt Angebot und Nachfrage in Echtzeit zusammen, sodass Fahrer direkt zu einem freien Stellplatz geleitet werden, anstatt nach einem Parkplatz zu suchen.
- Intelligente Verkehrslenkung ermöglicht es, Verkehrsströme gezielt zu steuern. Menschen kommen an, parken und fahren weiter, während das System sie unauffällig zur besten verfügbaren Option führt.
Dabei geht es um mehr als Technologie. Alles dient einem gemeinsamen Ziel, das Städte und Betreiber gleichermaßen verfolgen: einem reibungslosen Verkehrsfluss. Menschen sollen mobil bleiben, Flächen effizient genutzt werden und Städte auch bei weiterem Wachstum lebenswert bleiben.
Wo anfangen?
Der sinnvollste erste Schritt besteht darin, Parken mit Verkehrsmanagement zu verknüpfen. Wie Willem van Heijningen, Stratege in der Abteilung für Mobilität und öffentlichen Raum der Stadt Amsterdam, sagt, lautet das Ziel: "Wenn Menschen sich der Stadt nähern, werden sie direkt zu ihrem Stellplatz geleitet … damit sie nicht ziellos durch die Stadt oder das Veranstaltungsareal fahren und nach einem Parkplatz suchen."

Wer die Parkplatzsuche reduziert, verringert damit auch die damit verbundenen Staus, Frustration und Emissionen.
Städte verfügen über die Flächen, die Verkehrsinfrastruktur und die planerischen Möglichkeiten. Technologiepartner schaffen die digitale Vernetzung, die eine einfache Nutzung von Mobility Hubs ermöglicht.
Genau hier setzt SKIDATA an: SKIDATA's Mobility Hub verbindet Parken, Laden, öffentlichen Verkehr und Shared Mobility über eine zentrale digitale Schnittstelle. SKIDATA Connect vernetzt Parkflächen auf der Straße und in Parkhäusern zu einem Gesamtsystem.
Wie effizient das funktioniert, zeigt ein Beispiel aus Belgien: Dort werden 89 Park-&-Ride-Standorte mit insgesamt 23.000 Stellplätzen über eine gemeinsame Plattform verwaltet – von einem Team aus nur sechs Personen.
Wenn Mobilitätsangebote intelligent vernetzt und einfach nutzbar sind, werden Mobility Hubs zu zentralen Zugangspunkten einer Stadt. Sie helfen, vorhandene Flächen effizienter zu nutzen, den Verkehrsfluss zu verbessern und Städte langfristig lebenswert zu gestalten.
Weiterführende Referenzen:
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