Softwareentwicklung mit Scrum: Gute Teams werden noch besser

Softwareentwicklung mit Scrum: „Gute Teams werden noch besser“

Software development with Scrum: “Good teams get even better.”Software development with Scrum: “Good teams get even better.”Software development with Scrum: “Good teams get even better.”

SKIDATA hat auf Scrum umgestellt. Markus, Head of Software House der SKIDATA in Klagenfurt, verrät uns, worauf es bei der Methode ankommt und wie SKIDATA davon profitiert.

Scrum als Vorgehensweise in der agilen Softwareentwicklung ist weltweit im Kommen. Wie darf man sich das bei SKIDATA vorstellen?

Wir setzen bereits seit einiger Zeit auf agile Methoden. Allein 2017 haben wir in Summe ca. 65 Tage mit speziellen Schulungen verbracht. Dabei rückt die gemeinsame Arbeit und das Erreichen von Zielen in den Vordergrund. Es gibt keine isolierten Aufgaben, die in Einzelkämpfermanier erledigt werden. Wir erledigen die Arbeit rasch und unter Einhaltung von Kriterien, die das Team definiert hat, die sogenannte „Definition of Done“. Gearbeitet wird in Sprints. Das sind Zeithorizonte von zwei Wochen. Die Koordination erfolgt mit einfachen Hilfsmitteln wie einem Whiteboard, das alle relevanten Informationen visualisiert. Damit ist der jeweilige Status für alle transparent. Darüber hinaus führen wir bei Scrum sogenannte Events durch, die sicherstellen, dass die Kommunikation innerhalb und außerhalb des Teams funktioniert und dass wichtige Feedbackschleifen eingehalten werden. Kommunikation ist ein ganz wesentlicher Aspekt und eine Stärke von Scrum. Sie gerät anfangs allerdings aufgrund der vielen Meetings oft in die Kritik. Es dauert eine Weile, bis alle den tatsächlichen Wert erkennen und verstehen.


Markus, beschreib doch mal, woran dein Team gerade arbeitet.

Wir arbeiten zurzeit an drei Services beziehungsweise Produkten. Zwei sind im Bereich Internet of Things (IoT) angesiedelt. Bei dem Dritten handelt es sich um ein Web-Portal, einen Online-Zugang unserer Kunden zu allen Online-Services von SKIDATA.

Wie groß ist euer Team und was ist deine Aufgabe?

Ich helfe den Software-Teams meiner Abteilung, damit sie unsere Produkte und Services bestmöglich entwickeln können. Der agile Begriff hierfür ist „Servant-Leader“. An unserem Standort haben wir drei Scrum-Teams mit jeweils sechs bis sieben Teammitgliedern. Insgesamt gibt es bei SKIDATA mittlerweile mehr als 50 geschulte und über 15 zertifizierte Scrum Master.

Welche Struktur stellt sicher, dass agile Abläufe funktionieren?

Scrum kennt im Wesentlichen drei Rollen: den Product Owner, den Scrum Master und das Entwicklungsteam. Der Product Owner stellt die Schnittstelle zu den Kunden dar und tritt gegenüber dem Entwicklungsteam als Auftraggeber auf. Er definiert und priorisiert die fachlichen Anforderungen. Der Scrum Master sorgt für die möglichst reibungslose Zusammenarbeit des Teams und ist für die Einhaltung des Prozessframeworks zuständig. Zudem coacht er das Team und hilft, Hindernisse, die das Team verlangsamen oder blockieren, aus dem Weg zu räumen. Das Entwicklungsteam hat einen interdisziplinären Charakter und besteht aus Personen, die über Expertise in allen für die Arbeit notwendigen Bereichen verfügen. Die Anforderungen an das Team werden vom Product Owner in einer Liste – dem sogenannten Backlog – verwaltet und gemeinsam mit dem Team vorbereitet. Aus diesem Backlog zieht das Entwicklungsteam Arbeitspakete, die weiter heruntergebrochen und in aufeinanderfolgenden Sprints realisiert werden.

... und die dann im Event präsentiert werden?

Richtig. Die dabei erarbeiteten Resultate sollten bereits verwendbar beziehungsweise potenziell installierbar beim Kunden sein. Das Feedback bestätigt entweder, dass die Anforderungen erwartungsgemäß umgesetzt wurden, oder kommt als Input ins Backlog. So bleiben die Kommunikationswege kurz und die Prozesse einfach und klar.

Welche weiteren Vorteile ergeben sich aus der Arbeit mit Scrum?

Auf jeden Fall die Transparenz. An diese müssen sich manche zwar am Anfang erst gewöhnen, doch auf lange Sicht hilft die Transparenz dem Team und dem Einzelnen, sich zu verbessern. Zudem gibt es keine Phasen mehr, in denen beispielsweise für eine bestimmte Zeit nur analysiert, designt oder getestet wird. Die Förderung der Kooperation führt dabei zu einer Verteilung des Know-hows im Team. Teams, die bereits vorher gut waren, werden noch besser. Teams, die Probleme haben, hilft Scrum bei der Stabilisierung. Hierarchien treten dabei in den Hintergrund. Es gibt zwar nach wie vor Spezialisten aber grundsätzlich kann jeder im Team alles tun. Oder um es mit den Worten eines Kollegen zu sagen: „Scrum ist die natürlichere Art Software zu entwickeln“ – das trifft es sehr gut.

Hast du einen Pro-Tipp für andere Softwareentwickler?

Der erste agile Leitsatz lautet: „Menschen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge.“ Wir achten beispielsweise darauf, dass ein Teamleiter nicht die Rolle des Product Owner übernimmt. Das würde das ausbalancierte Gefüge eines Scrum-Teams beeinflussen. Scrum verändert also die Management-Rollen. Manager nehmen dann eine Coaching-Rolle ein und geben Verantwortung an die Teams ab. Das fällt oft nicht leicht. Aber richtig angewendet, kann Scrum dafür sorgen, dass die richtigen Dinge in passendem und ausreichendem Umfang entwickelt werden.

Seid ihr durch Scrum auch schneller?

Wir haben positive Auswirkungen sowohl bei der „Time to Market“ als auch der Qualität. Zudem erkennen wir früher, ob wir in die falsche Richtung laufen und können dadurch früher gegensteuern. Man ist gegenüber Änderungen flexibler, da es weniger oder keine „long running tasks“ gibt, die schwer oder nur in Verbindung mit hohen Kosten unterbrochen werden können. Dadurch können wir die Erwartungen des Kunden besser erfüllen und halten den Folgeaufwand für Fehlerbehebungen gering. Wenn man einmal auf diese Art erfolgreich gearbeitet hat, will man nicht mehr zurück.inimum. Once you have worked successfully in this way, you don't want to go back.

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