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Parkraummanagement in Städten | Weniger Platz, mehr Fluss

Geschrieben von Thomas Doppler | 01.01.1970, 00:00:00

In Städten wird der Platz knapp. Nicht irgendwann, sondern jetzt – Straßenzug für Straßenzug. Nehmen wir Amsterdam: Die Stadt wächst rasant, reißt gleichzeitig Straßen für Sanierungen auf, schafft Raum für Bäume und mehr Klimaresilienz und verlegt neue Heizungsleitungen für die Energiewende unter die Erde. Alles sinnvoll. Doch alles konkurriert um dasselbe knappe Gut: den öffentlichen Raum. Und der Verkehr muss meist als Erstes Fläche abgeben.

Dieser Druck führt in europäischen Städten zu einem stillen Wandel: Parken wird von der Straße in zentral gesteuerte Hubs verlagert.

  • Gut umgesetzt wird der Straßenraum für Menschen und Grünflächen frei.

  • Schlecht umgesetzt verlagert sich das Problem nur – und für Anrainerinnen und Anrainer wird der Alltag mühsamer.

Genau darin liegt der entscheidende Unterschied.

 

Die beste Veränderung ist jene, die niemand bemerkt

Es gibt eine unbequeme Wahrheit, die jede Stadtplanung kennt: Nimmt man jemandem den Parkplatz auf der Straße, wird diese Person kaum dankbar sein. Dabei spielt es keine Rolle, wie überzeugend das Klimaschutzargument ist. Wer bisher direkt vor der Haustür geparkt hat und nun zu einem Hub gehen muss, empfindet das zunächst als Verlust und erst danach als Vorteil.

Es reicht also nicht, Parkplätze zu verlagern. Die neue Option muss so reibungslos funktionieren, dass der Wechsel kaum auffällt – und bald sogar bevorzugt wird. Dafür braucht es digitalen Zugang, der einfach funktioniert, eine klare Wegweisung zu einem freien Stellplatz, keine Warteschlangen und keine Frage wie „Ist überhaupt noch Platz, wenn ich ankomme?“ Wenn der Hub bequemer ist als das Parken auf der Straße je war, wird Akzeptanz nicht länger zum Kampf. Dafür ist intelligenter Zugang da: Er macht aus einem Ort, den man bloß hinnimmt, einen Teil einer Route, für die man sich bewusst entscheidet.

 

 

Das Paradox der Johan Cruyff Arena

Das anschaulichste Beispiel liegt neben einem der größten Veranstaltungsgebiete der Niederlande. Im Umfeld der Johan Cruyff Arena gibt es enorme Spitzen – etwa 50 bis 60 Veranstaltungstage pro Jahr, jeweils fünf oder sechs Stunden lang. Den Rest der Zeit ist das Gebiet größtenteils leer. Gleichzeitig entstehen direkt daneben Zehntausende neue Wohnungen.

Damit ist das Problem klar umrissen. Für die Spitzenzeiten braucht es Kapazität, doch an den übrigen gut 300 Tagen darf diese Fläche nicht brachliegen. Die Lösung ist nicht mehr Asphalt, sondern die vorhandenen Flächen intelligenter zu nutzen. Das ist keine Theorie: Die ArenA steuert ihre 2.400 Stellplätze bereits mit einer vernetzten Logik, die das Parkhaus an Veranstaltungstagen aus dem allgemeinen Parkangebot herausnimmt. So funktioniert es die restliche Zeit als intelligenter Park-&-Ride-Standort, ohne den Verkehrsstau an Spieltagen weiter anzuheizen. Ein flexibler Hub ist mehreren starren Parkflächen überlegen.

 

Drei Ebenen, ein Ziel

Hilfreich ist es, in drei miteinander verbundenen Ebenen zu denken.

  • Intelligenter Zugang beseitigt Reibungsverluste an der Schranke.

  • Intelligentes Parken bringt Angebot und Nachfrage in Echtzeit zusammen, sodass Fahrerinnen und Fahrer direkt zu einem Stellplatz geleitet werden, statt um den Block zu kreisen.

  • Und intelligentes Verhalten wird durch diese beiden Ebenen erst möglich: Menschen kommen an, parken und fahren weiter, ohne zum Chaos beizutragen, weil das System sie unaufdringlich zur einfachen Wahl geführt hat.

Das alles ist keine Technologie um ihrer selbst willen. Es dient einem Ziel, das Städte und Betreiber gleichermaßen verfolgen: einem besseren städtischen Verkehrsfluss. Menschen sollen in Bewegung bleiben, Flächen nutzbar und Städte auch im Wachstum lebenswert bleiben.

 

Wo man beginnen sollte

Der sinnvollste erste Schritt ist, Parken mit dem Verkehrsmanagement zu verknüpfen. Wie Willem van Heijningen, Stratege in der Abteilung Mobilität und öffentlicher Raum der Stadt Amsterdam, sagt, lautet das Ziel: „Wenn Menschen sich der Stadt nähern, werden sie unmittelbar zu ihrem Parkplatz geleitet … damit sie nicht ziellos durch die Stadt oder das Veranstaltungsgebiet fahren und nach einem Stellplatz suchen.“

 

 

Fällt die Parkplatzsuche weg, verschwinden auch große Teile der damit verbundenen Staus, Frustration und Emissionen.

Städte verfügen über die Flächen, die Beschilderung und den Gestaltungsspielraum. Partner liefern die digitale Ebene, die einen Hub mühelos nutzbar macht.

Genau hier kommen wir ins Spiel: SKIDATA's Mobility Hub macht aus dem Parken einen vernetzten Zugangspunkt – einen digitalen Kontaktpunkt für Parken, Laden, öffentlichen Verkehr und geteilte Mobilität. SKIDATA Connect vernetzt Straßenparkplätze und Parkanlagen zu einem Gesamtsystem.

In Belgien steuert dieselbe digitale Basis 89 Park-&-Ride-Standorte mit 23.000 Stellplätzen – betreut von einem Team aus sechs Personen. Wird der Wandel behutsam gestaltet und die gesamte Reise nahtlos organisiert, wird der Hub zu dem, was eine überlastete Stadt tatsächlich braucht: nicht zu einem Ort, an dem Autos abgestellt werden, sondern zu einem Zugangspunkt, der die ganze Stadt in Bewegung hält.

 

Weiterführende Referenzen: