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Städtisches Parkraummanagement | Datenhoheit & Mobilitätshubs

Geschrieben von Thomas Doppler | 27.10.2026, 02:38:18

Fragt man, was Städte am Aufbau intelligenterer Mobilitätshubs hindert, erhält man meist eine klare Antwort: die Wirtschaftlichkeit, Widerstand aus der Bevölkerung oder interne Silos. Die Realität ist komplizierter: Es ist alles miteinander verwoben. Löst man ein Problem, wartet schon das nächste. Im Zentrum dieses Geflechts stehen zwei Themen, über die an Konferenzen kaum jemand gerne spricht: Wem gehören die Daten, und wer bezahlt wofür?

 

Das Siloproblem ist ein getarntes Finanzproblem

Stellen Sie sich vor, neben einem grossen Veranstaltungsort entsteht ein neues Quartier. In einer typischen Stadt ist eine Abteilung für den Bau zuständig, eine andere für Mobilität, eine dritte für das Parkieren. Jede hat ihren eigenen Auftrag, ihr eigenes Budget und ihre eigenen Kennzahlen. Damit etwas wirklich Intelligentes und flächeneffizientes entsteht, müssen alle an einem Strang ziehen – und das ist schwierig, noch bevor die erste Rechnung eintrifft.

Denn hinter dem Koordinationsproblem steckt ein finanzielles. Eine Parkierungsanlage kann Veranstaltungsbesuchende, Anwohnende und Pendelnde bedienen, doch ihre Kosten verteilen sich auf verschiedene Abteilungen, die jeweils nur ihren eigenen Bereich sehen. Wer bezahlt den Veranstaltungsort, wer den Betrieb, und wem gehört die Anlage? Der Bau eines Mobilitätshubs ist kostspielig, doch der Nutzen passt selten in das Budget einer einzelnen Abteilung. Selbst der beste Business Case kommt nicht voran, wenn niemand seinen Wert für sich nutzen kann.

Silos lassen sich nicht mit einer PowerPoint-Folie auflösen. Sie können aber deutlich weniger hinderlich werden, wenn alle das gleiche verlässliche Bild der aktuellen Situation erhalten. Genau hier kommen Parkierungs- und Mobilitätsdaten ins Spiel.

 

„Wir besitzen den Raum, also gehören uns auch die Daten“

Immer mehr Städte vertreten eine klare Haltung. Willem van Heijningen, Stratege im Departement für Mobilität und öffentlichen Raum der Stadt Amsterdam, formuliert es so: „Wir besitzen den öffentlichen Raum, einschliesslich der dortigen Parkplätze. Auch die Beschilderung, die den Weg weist, gehört uns … Für mich ist es daher logisch, dass auch die Parkdaten uns gehören.“ Er hat recht – und Partner sollten diesen Ansatz unterstützen, statt ihn infrage zu stellen.

 

 

Der Wert liegt nicht in den Daten selbst, sondern in den Zusammenhängen, die sie sichtbar machen. Werden die verschiedenen Quellen zusammengeführt, lassen sich Angebot und Nachfrage endlich nebeneinander betrachten: Wie viele Menschen kommen an, mit welchen Bedürfnissen, und wie viel Parkraum ist verfügbar?

Besuchende sind nicht austauschbar: Manche benötigen einen hindernisfreien Parkplatz, andere reisen als Familie an, einige kommen früh, andere gerade rechtzeitig. Werden diese Bedürfnisse mit der tatsächlichen Verfügbarkeit abgeglichen, profitieren alle von einer besseren Anreise – und das Umfeld wird lebenswerter. Dafür sind Daten hier da. Nicht für Dashboards, sondern für bessere Zuordnungen.

 

Die Datenhoheit bleibt beim Kunden

Hier muss ein Partner seine eigene Rolle klar definieren. Die Parkdaten müssen immer beim Kunden bleiben – unabhängig davon, ob es sich um einen privaten Parkraumbetreiber oder eine Stadt handelt. Unsere Aufgabe ist nicht, sie zu horten. Wir helfen dabei, sie standardisiert und sicher zu erfassen und auszuwerten, und stellen die Werkzeuge bereit, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen.

Diese Unterscheidung ist wichtiger, als sie auf den ersten Blick scheint. Eine Stadt wie Amsterdam leistet bereits die anspruchsvolle Arbeit: Sie bündelt Informationen aus einem Dutzend Quellen, wertet sie aus und passt darauf basierend ihre Politik an. Was sie zuletzt braucht, ist eine Abhängigkeit, die ihre eigenen Daten zu einem Vermögenswert Dritter macht. Der richtige Ansatz ist das Gegenteil: standardisierte, übertragbare Daten, offene Schnittstellen und Auswertungen, die den Zugang zu Erkenntnissen erleichtern, statt ihn zu erschweren.

Das ist der Gedanke hinter SKIDATA Connect – keine weitere Schicht auf dem bestehenden Durcheinander, sondern ein gemeinsames Fundament darunter. So laufen Parkplätze auf der Strasse und in Parkierungsanlagen als ein System, und saubere Daten fliessen in die bestehenden Verkehrs- und MaaS-Plattformen einer Stadt.

  • Linköping liefert den deutlichsten Beweis: Mehr als 18 Parkhäuser sind an SKIDATA Connect angebunden, Parken auf der Strasse und in Anlagen funktioniert als ein System, und die Stadt behält die vollständige Kontrolle über sämtliche Nutzerdaten – ohne Plattform eines Drittanbieters dazwischen.

  • Florenz setzt denselben Ansatz im grossen Massstab um: 15 Standorte und mehr als 6'000 Parkplätze werden als Einheit verwaltet, durchgehend ticketlos, mit Einnahmen von 14,78 Mio. € im Jahr 2024.

  • Und in Amsterdam ist dieselbe Plattform über Servicehuis Parkeren mit nationalen Parkberechtigungen verbunden – die Daten sind standardisiert, sicher und bleiben in den Händen der Stadt.

„Vernetzt“ bedeutet, die richtigen Partner zu wählen

„Vernetzt“ ist ein überstrapaziertes Wort – werden wir konkret. In der Praxis bedeutet es offene Schnittstellen, standardisierte Daten und ebenso wichtig: die Zusammenarbeit mit Menschen, die dasselbe Ziel verfolgen. Eine nahtlose Reise kann nicht von einem einzigen System geschaffen werden; sie erfordert mehrere Akteure, die auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten.

Der nächste Schritt ist also nicht eine weitere Plattform. Es sind ein offener Dialog, ehrliche Zusammenarbeit und der Mut, Lösungen in der komplexen Realität einer Stadt zu erproben. Brechen Sie Silos auf, indem Sie Standards und Verantwortlichkeiten verbindlich festlegen. Belassen Sie die Daten beim Kunden. Wählen Sie Partner, die dasselbe Ergebnis anstreben. Dann werden Wirtschaftlichkeit, Akzeptanz und Koordination einfacher – denn eigentlich waren es nie voneinander getrennte Probleme.

 

Weiterführende Informationen: