Seit es in Städten Parkplätze gibt, werden sie auf zwei Arten zugeteilt: Wer zuerst kommt oder am meisten zahlt. Wer früher da ist oder mehr bezahlt, bekommt den Platz. Das wirkt neutral. Ist es aber nicht. Je knapper der Raum wird, desto mehr entscheidet diese stille Grundregel darüber, wer am Stadtleben teilhaben kann – und wer an den Rand gedrängt wird.
Einige Städte stellen inzwischen die bessere Frage: nicht, wie viele Stellplätze wir haben, sondern wem wir helfen sollten, einen zu bekommen. Das ist ein echter Wandel – vom Parkplatz als Handelsgut hin zum Parken als sozialer Infrastruktur. Und dieses Thema verdient deutlich mehr Aufmerksamkeit.
Amsterdam denkt genau in diese Richtung. „Wir überlegen, wem wir helfen sollten, einen Parkplatz zu sichern“, sagt Willem van Heijningen, Stratege in der Abteilung für Mobilität und öffentlichen Raum der Stadt Amsterdam. „Frauen und Menschen mit Behinderungen haben spezifische Bedürfnisse, und wir müssen herausfinden, wie wir ihnen sichere, komfortable und barrierefreie Parkmöglichkeiten bieten können. Dasselbe gilt für Lehrkräfte und Beschäftigte im Gesundheitswesen: Sie haben weniger Zugang zu Wohnraum in der Stadt, aber wir wollen sie trotzdem hier haben.“
Der Raum in einer wachsenden Stadt ist begrenzt – und wird immer knapper. Baustellen, Begrünung und die Energiewende beanspruchen ihn gleichermaßen. Wenn tatsächlich nicht genug für alle da ist, führt eine Vergabe allein nach Schnelligkeit oder Zahlungsfähigkeit zu einem vorhersehbaren Ergebnis: Menschen mit viel Flexibilität und Geld kommen gut zurecht, alle anderen müssen sich anpassen oder zu Hause bleiben.
Städte wollen jedoch kein neutrales Ergebnis. Sie möchten, dass bestimmte Menschen in die Stadt kommen können – und gerade diese Menschen haben oft den geringsten Spielraum.
Eine Pflegekraft oder Lehrperson, die es sich nicht leisten kann, in der Stadt zu wohnen, muss trotzdem pendeln – oft zu ungewöhnlichen Zeiten – zu einer Arbeit, auf die die Stadt angewiesen ist. Werden Parkmöglichkeiten für sie unberechenbar oder unerschwinglich, wird ein ohnehin schwieriger Arbeitsweg noch schwieriger – und die Stadt riskiert, diese Menschen zu verlieren.
Andere stoßen auf eine andere Variante derselben Hürde. Menschen mit Behinderungen brauchen einen Stellplatz, der nicht nur frei, sondern auch sicher, nahe gelegen und tatsächlich barrierefrei ist.
Wer nach Einbruch der Dunkelheit eine Veranstaltungsstätte verlässt, achtet besonders darauf, wo das Fahrzeug steht und wie man dorthin zurückkommt.
Das sind keine Sonderfälle, die erst gelöst werden, wenn die „normalen“ Stellplätze vergeben sind. Für diese Menschen entscheiden Lage des Stellplatzes und das Gefühl von Sicherheit über die gesamte Fahrt.
Was das praktisch umsetzbar macht und nicht nur gut klingen lässt, sind Parkdaten. Wenn eine Stadt Angebot und Nachfrage in Echtzeit gemeinsam sehen kann, wird die Zuteilung nicht länger mit der groben Kelle vorgenommen.
Nicht alle Besucherinnen und Besucher sind gleich. Manche kommen früh, um vor einer Veranstaltung noch etwas Zeit zu verbringen; andere treffen gerade rechtzeitig ein. Manche sind mit der Familie unterwegs, andere benötigen einen stufenlosen Zugang. Stellt man diese Bedürfnisse dem tatsächlich verfügbaren Angebot gegenüber, lassen sich passende Zuordnungen treffen: Fahrerinnen und Fahrer, die einen barrierefreien Stellplatz benötigen, werden zu einem nahe gelegenen geführt; sichere, gut beleuchtete Stellplätze werden für Menschen reserviert, die darauf angewiesen sind; systemrelevante Arbeitskräfte erhalten eine verlässliche Option in der Nähe. Die Technologie trifft nicht die gesellschaftliche Entscheidung. Das tut die Stadt. Die Technologie sorgt lediglich dafür, dass diese Entscheidung vor Ort umgesetzt wird – Stellplatz für Stellplatz.
Das ist keine ferne Vision, für die überall erst neue Gesetze oder neue Hardware nötig wären. Digitaler Zugang, Verfügbarkeit in Echtzeit und ein Parkleitsystem, das direkt zu einem bestimmten Stellplatz führt – so funktioniert ein gut geführter Mobilitäts-Hub bereits heute. Der nächste Schritt besteht darin, diese Möglichkeiten auf ein soziales Ziel auszurichten, nicht nur auf ein betriebliches.
Hier hilft ein Partner. SKIDATA's Zone Management ermöglicht es Städten festzulegen, wer welche Stellplätze nutzen darf – mit digitalen Berechtigungen für Anwohner, Dienstleister und Beschäftigte, die die Stadt in ihrer Nähe halten möchte. Zugangssteuerung und Parkleitinformationen in Echtzeit führen jede Person, auch jene mit Bedarf an einem barrierefreien oder gut beleuchteten Stellplatz, zum richtigen Ort.
Die Stadt trifft die Entscheidungen; SKIDATA setzt sie um.
Die Garage Singelgracht in Amsterdam zeigt, wie das aussehen kann: 800 Stellplätze, rund 80 % davon für Berechtigte reserviert, unterirdisch errichtet, damit der Straßenraum darüber wieder Begrünung, Fußgängern und Fahrrädern zur Verfügung steht.
Das Ergebnis ist ein Ort, der für alle funktioniert – nicht nur für die Schnellsten oder Reichsten. Parken hat schon immer beeinflusst, wer in einer Stadt teilnehmen kann. Jetzt besteht die Chance, es bewusst zu gestalten – und Raum für die Menschen zu schaffen, die eine Stadt am dringendsten braucht.
Weiterführende Referenzen: